Die beste Rocky-Horror-Show, die es je auf deutschen Bühnen zu sehen gab, sagen viele.
Regie führte Sebastian Welker, Musikalische Leitung: Frank Nimsgern
Hier die komplette Rezension: http://www.opernnetz.de/seiten/rezensionen/saa_roc_her_111008.htm
Berthold Schneider verlässt das Saarländische Staatstheater – eine Bilanz des Saarländischen Rundfunks auf SR 2
Ankündigung der Sendung auf sr-online: Der äußerst erfolgreiche Operndirektor des Saarländischen Staatstheaters, Berthold Schneider, wird seinen Vertrag nicht über 2012 hinaus verlängern. Er möchte sich auf eigenen Wunsch "nach dann sechs künstlerisch äußerst erfüllten Jahren im Saarland neuen Herausforderungen stellen". Generalintendantin Dagmar Schlingmann zeigte Verständnis für Schneiders Entscheidung. SR 2 KulturRadio hat mit SR 2-Musikchef Dr. Friedrich Spangemacher über die Personalie gesprochen. Autor: Jochen Marmit, Länge: 00:04:38, Sendedatum: 10.02.2011
Operndirektor Berthold Schneider wird seinen Vertrag nicht über 2012 hinaus verlängern. Am gestrigen Nachmittag ging diese Mitteilung an die Medien heraus. Verwunderung aller Orten und natürlich die Frage: Warum geht Schneider, wo er doch auf erfolgreiche Jahre zurückblicken kann? Das habe ich heute morgen die Generalintendantin Dagmar Schlingmann gefragt: Was ist der Beweggrund von Berthold Schneider, nicht zu verlängern?
Dagmar Schlingmann: „Berthold Schneider hat sehr, sehr gute Arbeit gemacht in Saarbrücken und so etwas strahlt natürlich aus. Ich denke, er hat sehr, sehr gute Chancen weiterzukommen und er ist ja auch noch recht jung. Ich denke, er möchte jetzt einfach seine Karriere ausbauen und sich neuen Herausforderungen stellen.“
Mit Mitte Vierzig ist das natürlich ein guter Zeitpunkt, dies zu tun. Schaut man auf die Erfolge des Operndirektors: Unter anderem die Auszeichnung für das beste Opernprogramm im deutschsprachigen Raum sowie erstmalige Nominierungen für den renommierten FAUST-Theaterpeis und zum Opernhaus des Jahres. Somit dürfte die Suche nach einem Nachfolger recht anspruchsvoll werden. Ob schon sondiert wird, habe ich Dagmar Schlingmann gefragt.
Dagmar Schlingmann: „Nein, noch nicht. Das ist ja eine heikle Sache. Ich denke, da muss ich jetzt schon jemanden sehr guten finden. Man hat natürlich Leute im Kopf und muss jetzt das Gespräch suchen. So etwas braucht auch Zeit.“
Wir werden dann also sehen, ob der Nachfolger dann vielleicht einen ganz neuen Einfluss nach Saarbrücken mit sich bringen wird. Es gibt eine Einschätzung von unserem SR 2 Musikchef. Herr Spangemacher, was zeichnet Operndirektor Berthold Schneider denn eigentlich aus?
Friedrich Spangemacher: „Eine sehr kluge Repertoirepolitik, die den Möglichkeiten des Hauses sehr entgegen kam, die aber wie wir wissen auch sehr stark nach draußen ausgestrahlt hat: Das Opernhaus in Saarbrücken wurde in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet. Man kann schon sagen, die Jahre mit Schneider waren Sternstunden des Saarländischen Musiktheaters. Er hat Alte Musik auf die Bühne gebracht, was gar nicht so viele Bühnen in Deutschland machen. Aber hat auch sehr viel Neue Musik auf die Bühne gebracht. Zum Beispiel zwei Opern die kurz zuvor u.a. an der New Yorker Metropolitan Opera uraufgeführt wurden: Das waren von Tan Dun „Der erste Kaiser“ und von John Adams „Doctor Atomic“. Das sind natürlich Fische, wo jeder Operndirektor sich freuen kann, sie an Land zu ziehen. Und er hat natürlich auch viele Dinge neu entdeckt.“
Ich kann mich erinnern, dass Tan Dun sogar selbst vor Ort war, als die Oper dann aufgeführt wurde. Was bedeutet es nun für das Theater, dass der Mann geht?
Friedrich Spangemacher: „Ich denke, das wird ein herber Verlust sein. Ich habe schon eben davon gesprochen, dass ich die Jahre mit ihm für eine Sternstunde halte. Vorher hat es natürlich auch einige interessante Aufführungen gegeben. Aber die Repertoirepolitik ist nie so spannend gewesen. Das wird ein Verlust sein, da bin ich sicher.“
Wie prägt ein Operndirektor eigentlich das Operngeschehen an einem Haus?
Friedrich Spangemacher: „Er wählt das Repertoire aus und er schaut ob die eigenen Kräfte des Hauses – Ensemble, Chor, Orchester – das bewältigen können, macht vielleicht den einen oder anderen klugen Zug bei den Solisten, was Schneider immer mit sehr guter Hand gemacht hat. Und er wählt junge, gute und bezahlbare Regisseure und Bühnenbildner – man darf ja nicht verkennen, dass Schneider angefangen hat, als man gerade das Budget des Theaters drastisch gekürzt hatte.“
Wird es schwer sein, gleichwertigen Ersatz nach Saarbrücken zu bekommen?
Friedrich Spangemacher: „Ich kenne mich in der Szene der Operndirektoren nicht so gut aus – das ist ja wie bei Trainern in der Bundesliga – wer vielleicht gerade frei ist oder darüber nachdenkt zu wechseln. Ich denke es wird schwer sein, denn die Bedingungen, die hier am Haus gegeben sind, und die Schneider fantastisch umgesetzt hat, das muss jemand anders erst einmal machen.“
Das heißt auch mit den Geldern, die eingespart werden müssen zurecht kommen und dann eben die Qualität noch hochhalten zu können.
Friedrich Spangemacher: „Exakt, so ist es.“
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Einstein on the Beach, Kritik in Opera
Der Ring des Nibelungen - Abenteuer in Stereo, Kritik in taz
Deutsche Nacht - Russische Nacht, Bericht im Mannheimer Morgen
In der Kritikerumfrage der Zeitschrift Opernwelt
wurden die Leistungen der Opernsparte des Saarländischen Staatstheaters
in bislang unbekanntem Maß gewürdigt. Besonders hervorzuheben
ist die erstmalige Nominierung des Saarländischen Staatstheaters
als 'Opernhaus des Jahres'.
Im einzelnen wurden das SST bzw. Künstler und Werke, die mit
dem SST in enger Verbindung stehen, in folgenden Kategorien für
die beste Jahresleistung nominiert:
Eine große Anerkennung der an der Saarbrücker
Oper in
der letzten Spielzeit geleisteten Arbeit stellt die ersmalige Nominierung
als 'Opernhaus des Jahres' dar. Eine solche Würdigung für
ein Haus am Rand der bekannten Pfade des internationalen Musikbetriebs
darf als kleine Sensation gewertet werden. Mit dieser Nennung wird
die Vergleichbarkeit von Aufführungen des SST mit denen ebenfalls
nominierter Häuser wie der Opéra Bastille in Paris oder
den Opern in Zürich, Basel oder München dokumentiert. Darüber
hinaus wurden die Bemühungen des SST um wichtige Neuentdeckungen
und Erstaufführungen durch die Nominierung der Deutschen Erstaufführung
von Alessandro Scarlattis Barockoper 'Il Tigrane' als 'Wiederentdeckung
des Jahres' gewürdigt. Ausdrückliche lobende Erwähnung
fand auch, dass die Oper 'Der erste Kaiser' von Tan Dun am SST erstmals
im deutschen Repertoire zu erleben war. Regisseur Denis Krief, der
'Der erste Kaiser' in der vergangenen Spielzeit am SST inszenierte,
wurde für seine Regie von 'Nabucco' in der Arena von Verona
als 'Bester Regisseur des Jahres' nominiert. Konrad Junghänel,
der im Juni 2010 am SST die Musikalische Leitung der Oper 'Dido und
Aeneas' übernehmen wird, wurde für seine 'Armida' an
der Komischen Oper Berlin als 'Bester Dirigent des Jahres' nominiert.
Im
medialen Bereich wurde die neu herausgekommene DVD der Oper 'Doctor
Atomic' in der Regie von Peter Sellars von gleich drei Kritikern
als wichtigste DVD-Veröffentlichung bewertet. Diese Oper wird
ab Februar 2010 als Deutsche Erstaufführung am SST zu erleben
sein. Besondere Erwähnung fanden auch "die bemerkenstwerten
Produktionen des DVD-Labels 'Arthaus' in Zusammenarbeit mit mittleren
Bühnen", unter denen auch die Saarbrücker DVD von
'Eis und Stahl' zu finden ist.
Mit seiner Spielplangestaltung ist
Saarbrücken derzeit eines
der interessantesten Musiktheater im Land.
Deutschlandfunk, Mai 2009
Die Musiksparte des Saarländischen Staatstheaters ist vom Verband
Deutsche Bühnen- und Medienverlage mit dem Theaterpreis 2008
ausgezeichnet worden. Die Verlage würdigen damit den "ambitionierten
und abwechslungsreichen Spielplan des zukunftsorientierten Musiktheaters",
vor allem ein Verdienst des Operndirektors Berthold Schneider.
Die
Deutsche Bühne, Februar 2009
Vor allem im Musiktheater
des Saarländischen Staatstheaters
wird unter der Ägide von Operndirektor Berthold Schneider Bahnbrechendes
geleistet. Nach der Entdeckung der russischen Revolutionsoper "Eis
und Stahl" von Vladimir Deschevov und den sogenannten "Florentiner
Intermedien" von 1589 hat das Haus gerade der New Yorker Metropolitan
Opera die Zweitaufführungsrechte für Tan Duns "Der
Erste Kaiser" abgerungen. Das sind Energieschübe, die sich
auch auf das Saarländische Staatsorchester auswirken.
Das Orchester, Februar 2009
Mit Aufsehen
erregenden Produktionen ist es (...) in den letzten zwei Jahren
gelungen, überregionale und internationale Aufmerksamkeit
auf das Saarländische Staatstheater zu ziehen.
Das Opernglas, Juni 2008
I would like to have my own
and the Berlin-version being presented in New York at the same
time.
Bob Wilson in Die Opernwelt November 2001 über Berthold Schneiders
Inszenierung von "Einstein on the Beach" an der staatsbankberlin.
Hörens-, sehens- und diskussionswert.
Der Spiegel Mai 1999 über die Oper "The smiling Carcass" von
Andrea Molino (Musik) und Berthold Schneider (Libretto) |